Psychoonkologische Beratung – einfach erklärt
Eine psychoonkologische Beraterin begleitet Menschen mit einer Krebserkrankung sowie deren Angehörige dabei, mit den emotionalen, sozialen und seelischen Belastungen der Krankheit umzugehen.
Sie hilft dabei, Gefühle zu sortieren, Kraft zu finden und den Alltag trotz der Belastung stabiler zu gestalten.
Die Grundidee lautet:
Krebs betrifft nicht nur den Körper – sondern das ganze Leben. Und niemand muss damit allein sein.
Ziele der psychoonkologischen Beratung
Die wichtigsten Ziele sind:
- Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Wut oder Unsicherheit auffangen
- Stress und Überforderung reduzieren
- den Alltag während Therapie und Genesung erleichtern
- Ressourcen und Kraftquellen aktivieren
- die Kommunikation in der Familie unterstützen
- Beziehungen stabilisieren
- Ängste vor Untersuchungen oder Eingriffen begleiten
- Umgang mit Veränderungen im Körperbild und Selbstwert
- Unterstützung in Krisensituationen
Kurz: Sie hilft, die schwere Zeit emotional zu bewältigen – Schritt für Schritt.
Mit welchen Themen kommen Menschen zur psychoonkologischen Beraterin?
Typische Themen sind:
- Angst vor Diagnose, Therapie oder Zukunft
- Überforderung, Erschöpfung
- Trauer, Wut, Unsicherheit
- Auswirkungen auf Partnerschaft oder Familie
- Umgang mit Stress
- Sorgen über Arbeit, Alltag, Rollen
- Veränderungen im Körperbild (z. B. nach Operationen)
- Unterstützung in der Reha- und Nachsorgephase
- Angst vor Rückfällen
Auch Angehörige kommen oft wegen:
- Belastung durch Pflege
- Hilflosigkeit
- Kommunikation in der Familie
- Sorge um die erkrankte Person
Wie arbeitet eine psychoonkologische Beraterin?
Eine psychoonkologische Beraterin:
- hört einfühlsam zu
- gibt emotionalen Halt
- hilft, Gefühle und Gedanken zu sortieren
- unterstützt dabei, mit Stress und Angst umzugehen
- vermittelt Bewältigungsstrategien
- stärkt Selbstfürsorge und innere Ressourcen
- begleitet in Gesprächen über Sorgen, Hoffnung und Veränderung
- bietet Orientierung in schwierigen Momenten
- unterstützt Angehörige beim Umgang mit der Situation
Der Ton ist: ruhig, wertschätzend, stabilisierend.
Methoden in der psychoonkologischen Beratung
Es können verschiedene Methoden genutzt werden, z. B.:
Gesprächs- und Emotionsarbeit
Gefühle verstehen, ausdrücken und entlasten.
Stress- und Ressourcenarbeit
z. B. Atemübungen, Entspannungsverfahren, Achtsamkeit.
Bewältigungs-strategien entwickeln
Was hilft in belastenden Momenten?
Wie kann man stabil bleiben?
Krisenintervention
Unterstützung bei akuten emotionalen Krisen.
Kommunikations-unterstützung
z. B. Gespräche mit Partnern, Kindern oder Angehörigen.
Orientierung im Alltag
Strukturen finden, Prioritäten setzen, Belastung reduzieren.
Psychoedukation
Verstehen, wie Stress, Angst oder Trauer wirken – und wie man damit umgehen kann.
Was ist das Besondere an psychoonkologischer Beratung?
- Sie ist speziell auf die Situation von Menschen mit Krebs ausgerichtet.
- Sie bietet emotionalen Halt in einer Ausnahmesituation.
- Sie begleitet Betroffene UND Angehörige.
- Sie ist ganzheitlich: emotional, sozial, familiär, alltagsnah.
- Sie ist stabilisierend, nicht überfordernd.
- Sie hilft, in einer unsicheren Zeit Orientierung zu finden.
Viele Betroffene sagen nach Gesprächen:
- Ich fühle mich wieder etwas ruhiger.
- Endlich versteht jemand, wie sich das anfühlt.
- Ich habe wieder einen Boden unter den Füßen.
Für wen ist psychoonkologische Beratung besonders geeignet?
Für Menschen, die:
- eine Krebsdiagnose erhalten haben
- sich durch Behandlung, Chemo, OP oder Nachsorge belastet fühlen
- Angst, Trauer oder Überforderung erleben
- Kraft brauchen, um mit der Situation umzugehen
- Unterstützung im Umgang mit Familie und Kindern wünschen
- den Alltag trotz der Erkrankung stabil halten möchten
Für Angehörige:
- Eltern, Partner, Kinder, Freunde
- Menschen, die pflegen
- Personen, die selbst stark belastet sind und Halt brauchen
